Oldtimer-Innenausstattung selbst genäht
Viele Oldtimerfans achten beim Kauf auf einen möglichst makellosen Innenraum ohne Risse und Löcher.
Doch was ist, wenn die Innenausstattung kaputt ist? Kann man die auch selbst nähen? Wir haben es probiert!
Wenn ihr euch noch an die Vorstellungsgeschichte von meinem Citroën Visa erinnert, dann wisst ihr vielleicht noch, dass ich da alles ignoriert habe, was in einer guten Oldtimer-Kaufberatung stehen sollte. Der Lack matt, die Felgen oxidiert und – für viele das schlimmste – die Innenaussattung war wirklich komplett verschlissen, dreckig und kaputt. Eine Lack- oder Felgen-Aufbereitung trauen sich sicherlich einige Leute zu, doch bei einer Innenausstattung hört es meistens auf. Und das auch aus gutem Grund: Polsterarbeiten sind wirklich aufwändig, häufig kompliziert und vor allen Dingen zeitintensiv. Gerade aus diesem Grund sind die Preise bei Polsterarbeiten auch recht hoch. Doch was ist, wenn das Auto es vom Marktwert her gar nicht wert ist oder die Hobbykasse es nicht hergibt? Kriegt man es mit etwas Geduld, Geschick und Ruhe selbst hin, Sitze ansehnlich zu polstern? Ich habe es ausprobiert und möchte euch deshalb nun präsentieren, wie man es macht:
Do-it-Yourself-Auto-Innenausstattung nähen
Wenn ihr eine wirklich makellose Innenausstattung wollt, dann seid ihr hier falsch. Als Laie, der bisher nur ein oder zwei Mal (oder noch gar nicht) an einer Nähmaschine saß, werdet ihr es nicht hinbekommen, wie es ein Profi machen würde – ich spreche da aus Erfahrung. Diese Anleitung soll auf gar keinen Fall die Arbeit von Polsterinnen und Polsterern durch den Kakao ziehen. Viel mehr soll sie zeigen, wie viel Arbeit in der Restauration einer Innenausstattung steckt und was man selbst machen kann, wenn man sich nur traut. So – Ansage vorbei. Legen wir mal los!
Diese Utensilien braucht ihr:
Bevor ihr losrennt und im Laden (oder online) euch mit Stoffscheren und Nahtauftrennern ausstattet, solltet ihr euch erst einmal euer Auto anschauen und in euch hineinhören: Wollt ihr den Innenraum wieder original haben? Ist Kunstleder oder Leder verarbeitet worden? Was ich bisher gelernt habe: Wollt ihr Leder oder Kunstleder verarbeiten, braucht ihr auf jeden Fall eine Industrienähmaschine. Mit einer Haushaltsnähmaschine so wie die hier auf dem Bild, könnt ihr eigentlich nur Stoff nähen – und der sollte nicht zu dick sein. Ich habe mich für für den orangefarbenen Stoff entschieden. Der uni-farbene Stoff ist ein normaler Polsterstoff, der karierte Stoff ist für einen VW T2 Westfalia gedacht. Das weiße ist Schaumstoff, um den uni-farbenen Stoff zu „kaschieren“, ihn also noch mit Schaumstoff zu verkleben und somit zu polstern. Dafür ist auch die Dose Sprühkleber gedacht. Einmal zusammengefasst, braucht ihr das hier:
- (Industrie-)Nähmaschine
- Schere für Papier und Pappe
- Stoffschere
- Nahtauftrenner
- Schneiderkreide oder wasserlöslicher Markierstift
- Stecknadeln oder Klammern zum Fixieren vom Stoff
- Maßband
- genügend Garn
- (eventuell) Ösenzange mit Ösen
- Filzstifte
- genügend Pappe (für die Schnittmuster)
- Stoff eurer Wahl (siehe „Stoffauswahl“)
- Schaumstoff (wenn euer Stoff noch nicht kaschiert ist)
- Sprühkleber (wenn euer Stoff noch nicht kaschiert ist)
Zerlegen der alten Sitze
- Erst einmal alles abschrauben…
- Diese Klammern sind störrisch….
- …doch es gibt dafür spezielle Zangen. Ich besitze keine.
- Sind alle Klammern entfernt, kann man den Bezug…
- …ganz einfach abziehen.
Wenn ihr alles zusammen habt, dann müsst ihr erst einmal ein bisschen kaputtmachen. Zumindest könnte man denken. Tatsächlich ist der erste Schritt zu neuen Sitzpolstern das Zerlegen der alten Sitze – schließlich braucht ihr eine Vorlage für den neuen Stoff. Hier kann ich euch keine genaue Anleitung geben, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ihr auch an einem Visa die Innenausstattung erneuern wollt, ist relativ gering. Hier wäre es aber auf jeden Fall einfach, denn angeschraubt findet man am Sitz nur die Sitzschienen, die mit vier Schrauben befestigt ist – das kann bei eurem Auto anders sein. Was ihr wohl finden werdet, sind diese Polsterklammern, die ich von ganzem Herzen hasse. Die müsst ihr entfernen, um den Bezug des Sitzes abziehen zu können. Und das müsst ihr auch tun, denn sonst könnt ihr mit dem nächsten Schritt nicht weitermachen:
Auftrennen der alten Sitzbezüge
- Wichtig: Gut beschriften, damit ihr wisst, wie welches Teil saß.
- Stich für Stich müsst ihr die Bezüge auftrennen.
- Hilfreich: Die aufgetrennten Stoffteile so auflegen, wie sie zusammengehören.
Als nächstes kommt eine Aufgabe, die euch viele Nerven kosten wird – noch mehr als die Polsterklammern im letzten Schritt. Ihr müsst nämlich mit einem Nahtauftrenner… genau, alle Nähte auftrennen. Aber vorher solltet ihr euch noch markieren, wo was wie gesessen hat. Ich habe es – wie ihr auf dem ersten Bild sehen könnt – mit Buchstaben und Symbolen gemacht. Und dazu noch notiert, was für ein Teil ich da eigentlich in der Hand habe und was oben und unten ist. Und dann ging das Gefummel los: Jeden Stich habe ich aufgetrennt, ganz sorgfältig und vorsichtig um den Stoff nicht zu beschädigen oder mir in den Finger zu pieksen. Was trotzdem mal passiert ist. Also das mit dem Finger. Immer, wenn ein Stück aufgetrennt war, habe ich es so neben den anderen platziert, wie es angenäht war – so wie eine Explosionszeichnung. So kommt man nicht durcheinander, was wo hingehört. Besonders hilfreich, wenn man nicht mehr so ganz genau durch die Buchstaben und Zeichen auf der Rückseite blickt.
Das Schnittmuster
- Wenn man das Stoffteil auf Pappe übertragen hat…
- …darf man die Nahtzugabe nicht vergessen.
Wenn ihr die Bezüge aufgetrennt habt, dann hängt der nächste Schritt von eurem Plan und vom Zustand eurer bisherigen Bezüge ab. Sind die noch gut erhalten (Beispiele: Sind bei einem Stoff mit Karo-Muster die Linien noch gerade und nicht wellig? Ist der Stoff durchgewetzt?), dann könnt ihr die aufgetrennten Stoffteile einfach auf euren neuen Stoff übertragen. In der Regel ist es aber wohl eher so, dass ihr die Innenausstattung neu machen wollt, weil sie eben verschlissen ist. Dann wäre der nächste Schritt, dass ihr die Nahtzugabe der alten Bezugs-Stücke umklappt und feststeckt – denn ihr braucht für das Schnittmuster die Stoffgröße ohne Nahtzugabe. Danach könnt ihr sie auf ein Stück Papier oder Pappe legen und drumherum zeichnen. Ein kleiner Tipp: Beschwert die Teile mit Gewichten, dann verrutscht euch nichts. Auf meinen Bildern könnt ihr den ursprünglichen Umriss ohne Nahtzugabe sehen, in dem ihr euch die gestrichelte Linie anschaut. Wir haben uns dann dafür entschieden, dort, wo der Stoff genäht wird, 1,5 cm Nahtzugabe (also Abstand vom Rand bis zur Naht) hinzuzurechnen und dann auszuschneiden. Was wir im folgenden nicht gemacht haben, aber ein Tipp von einem Polstermeister auf der Bremen Classic Motorshow war: Oft leiern die Stoffe im Alter aus und werden etwas zu groß, deshalb kann man einfach auf die Nahtzugabe verzichten, um eine möglichst straffe Passform auf dem Sitz zu gewährleisten – so würden wir es heute auch tun. Die Gefahr: Der Sitzbezug wird zu klein und man fängt von vorne an. Das ist wohl Gefühlssache. Ist er hingegen zu groß, kann man ihn immer noch kleiner nähen.
Die Stoffauswahl
Eigentlich müsste ich diesen Punkt wohl höher setzen, denn wahrscheinlich werdet ihr alles kaufen, bevor ihr euren alten Sitz zerlegt. Aber da wir hier das erste Mal auf den Stoff stoßen, erzähle ich euch nun, worauf ihr so beim Kauf achten müsst. Ein Stoff für Sitzbezüge sollte möglichst stabil und widerstandsfähig sein, schließlich rutscht man darauf oft mit dem Po hin und her. Also schaut ihr am besten gleich nach geeigneten Polsterstoffen – und bestellt euch im Zweifel erst einmal Stoffmuster, ob er euch wirklich so gefällt, wie ihr denkt. Ich habe mich für einen karierten Stoff von einem T2-Westfalia und für einen orangefarbenen Polsterstoff entschieden. Während der Westfalia-Stoff schon kaschiert, also auf Schaumstoff aufgeklebt war, mussten wir es beim orangefarbenen Stoff selbst machen. Wie viel Stoff ihr braucht, ist dabei schwer zu sagen – wir haben es geschätzt, indem wir das fertige Schnittmuster auf den Boden gelegt und dann ausgemessen haben, wie viel Stoff wir brauchen. Man kann davon ausgehen, dass Stoff meistens so 1,40 Meter breit ist (das wird aber online auch angegeben oder steht vor Ort auf den Stoffen drauf) – deshalb solltet ihr diese Breitenangabe beim Auslegen der Schnittmuster nicht überschreiten und dann ausmessen, wie lang die Fläche ist, die ihr braucht, um alle Schnittmuster unterzubekommen . Dieses Maß ist die Menge des Stoffes, die mindestens gekauft werden muss. Hat der Stoff ein Muster und will man den Musterverlauf über die Sitze gewährleisten, braucht man tendenziell mehr. Kauft sowieso lieber mehr als etwas zu wenig.
Doch selbst nach dem Kauf des Stoffes habt ihr noch ein bischen zu tun, bevor ihr Nähen könnt: Einige Stoffe sollten nämlich vorgewaschen werden und zwar am Stück vor dem Ausschneiden der Einzelteile. Bei den sieben Meter orangefarbenem Stoff bin ich dafür in einen Waschsalon gefahren und habe mir die größte Waschmaschine gesucht – so viel Stoff bekommt ihr in eurer Haushaltsmaschine nicht unter. Die Angaben zum Waschen und Trocknen findet man meistens im Laden vor Ort am Stoff oder online als Hinweis auf der Website. Der Grund für das Vorwaschen ist, dass Stoffe einlaufen oder abfärben können. Hat man den Stoff nicht gewaschen und möchte das nun mit dem fertigen Sitzbezug nachholen, kann es passieren, dass er einläuft und nicht mehr auf den Sitz passt. Und ohne Vorwaschen könnte es passieren, dass man, falls man mal geschwitzt hat, nach dem Aussteigen einen farbigen Fleck auf einem weißen T-Shirt findet – auch eher uncool.
Übertragen auf den neuen Stoff und kaschieren
- Erst anzeichnen…
- dann ausschneiden…
- …und passend hinlegen.
Da euer Sitz wahrscheinlich symmetrisch ist, reicht es übrigens von einigen Teilen (zum Beispiel den Sitzwangen) nur ein Schnittmuster zu machen. Ihr müsst dann beim Übertragen auf den neuen Stoff nur daran denken, das Schnittmuster einmal normal und einmal seitenverkehrt aufzulegen, bevor ihr es anzeichnet. Das Anzeichnen funktioniert am besten mit Schneider-Kreide oder einem speziellen Stift, der abwaschbar ist. Auch hier der Tipp: Beschwert das Schnittmuster mit einem Gewicht, dann verrutscht euch alles nicht so schnell. Und versucht die Schnittmuster möglichst sparsam nebeneinander aufzulegen, aber nicht zu quetschen, denn ein Schnittmuster darf zum Beispiel nicht schräg liegen, auch die Elastizität des Stoffes muss passen. Genauso sollte man auf eventuell durchlaufende Muster achten. Passt alles, könnt ihr die Stoffteile mit einer speziellen Stoffschere ausschneiden. Anschließend legt ihr am besten alles wieder wie auf einer Explosionszeichnung passend hin – dann wisst ihr, dass ihr kein Teil vergessen habt.
Eventuell habt ihr – so wie ich es mit orangefarbenen Stoff ohne Muster gemacht habe, einen unkaschierten Stoff gekauft. Kaschieren heißt übrigens nicht, dass man etwas „versteckt“, sondern den Stoff mit einer Schicht Schaumstoff versieht – ansonsten wird der Bezug auch eine recht harte Angelegenheit. Und hier könnt ihr aus einem meiner Fehler lernen: Wenn ihr Stoff mit Schaumstoff verkleben wollt, dann tragt den Sprühkleber auf den Schaumstoff auf und nicht auf den Stoff, denn es kann sein, dass der Kleber durch den Stoff schlägt und nasse Flecken hinterlässt, so, wie es bei mir passiert ist. Die Flecken bekommt ihr dann nicht mehr raus – der Stoff ist hin. Gut, dass wir mehr gekauft hatten, als wir brauchten.
Das Zusammennähen
Bevor ihr mit der Näherei anfangt, sollten wir noch einmal über das Nähgarn sprechen. Einfaches Nähgarn, mit dem man zum Beispiel Kleidung näht, ist für Polster oft nicht ausreichend, da sie der Belastung beim Hinsetzen und Bewegen auf dem Sitz nicht standhalten können. Es gibt für solche Fälle reißfeste Garne, die ihr auch kaufen solltet.
Bevor die Sitzbezüge zusammengenäht werden, empfiehlt es sich zudem mit einem kleinen Reststoff zu testen, wie die Nähmaschine mit dem Stoff umgeht und ob man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Zieht sie den Stoff gleichmäßig durch die Maschine? Schlägt der Stoff Wellen oder liegt er weiterhin glatt? Passt die Stichlänge? Man kann Nähte zwar wieder öffnen aber je nach Stoffart bleiben die Löcher bestehen, die durch die Nadel entstanden sind. So beispielsweise bei dem Kunstleder, aus dem die ursprünglichen Sitzbezüge des Visa genäht wurden. Auch bei Leder würden die Löcher bestehen bleiben.
Es ist außerdem möglich, dass eine handelsübliche Nähmaschine nicht stark genug ist, um mit dem Stoff umzugehen. Bei Kunstleder oder richtigem Leder bräuchte man eher eine Industrienähmaschine, die meist mehrere tausend Euro kostet. Den Stoff, den ich für den Visa gekauft habe, konnten wir mit einer einfachen Nähmaschine nähen. Fürs Nähen haben wir zusätzlich eine 100er Nadel und einen Obertransportfuß genutzt, der den Stoff noch leichter durch die Nähmaschine zieht.
Wenn eure Stoffprobe geklappt hat, dann könnt ihr euch an die Einzelteile eurer Sitze setzen. Eine Nahtzugabe ist der Stoffteil zwischen Naht und Stoffkante. Es ist wichtig sie beim Schnittmuster einzuberechnen, so wie wir es oben gemacht haben. Man näht die Naht nämlich mit etwas Abstand zur Kante, um ein Ausfransen des Stoffes zu verhindern. Außerdem hat man so etwas Spielraum, um das genähte Teil doch noch etwas weiter zu machen. Prinzipiell kann man die Nahtzugabe frei wählen, wir haben uns für 1,5 cm entschieden, wie ich oben ja schon erwähnt habe. Außerdem haben wir die Nahtzugabe nach dem Zusammennähen in eine Richtung umgeklappt und von rechts (also der Seite des Stoffes, die man nach dem Beziehen des Sitzes sieht) nochmal abgesteppt. Das hat den Vorteil, dass eine zusätzliche Naht nochmal stabilisiert und das Ganze etwas schicker aussehen lässt. Gleiches gilt übrigens auch für offene Stoffkanten.
Vor dem Zusammennähen hilft es außerdem, die Stoffteile mit Klammern oder Stecknadeln miteinander zu fixieren, damit beim Nähen nichts verrutscht. Das spart Arbeit. Doch Vorsicht: Bei einigen Stoffen gehen Einstichlöcher nicht mehr weg, da empfehlen sich eher Klammern. Man muss die auch nicht extra kaufen, Wäscheklammern können es auch tun.
Probe-Beziehen
Wenn ihr ein Teil fertiggenäht habt, dann solltet ihr damit einmal zurück zu eurem Sitz rennen und schauen, wie er so passt und euch ganz ehrlich ein paar Fragen stellen: Sitzt es richtig? Passt ein Muster zu dem Muster neben an? Sehe ich irgendwo Falten, die da nicht hingehören? Wo muss noch etwas angepasst werden? Ich weiß, dass es frustierend ist, wieder hunderte von Stichen aufzutrennen, wenn irgendetwas nicht passt. Aber glaubt mir, es lohnt sich. Ansonsten ärgert ihr euch im Nachhinein.
Eventuelle Änderungen
Das hier ist wohl der kürzeste Schritt, auch wenn er – wie gesagt – Nerven kosten. Noch einmal auftrennen, Stoff ändern, Schnittmuster ändern für den nächsten Sitz und alles wieder zusammennähen. Dafür braucht ihr kein Bild von mir.
Final Beziehen
- Überziehen…
- …spannen…
- …freuen!
Wenn ihr mit euren Änderungen zufrieden seid, geht es an das finale Beziehen des Sitzes. Manchmal muss man dafür noch Ösen oder Löcher in den Stoff machen, was auch in diesem Schritt soweit ist. Am besten macht ihr euch dafür einmal nach dem Aufziehen des Bezuges Markierungen, bevor ihr mit den Löchern startet – und prüft alles lieber acht statt nur fünf mal nach: Ist das Loch erst einmal drin, ist es drin. Was ich beim Stoff vom Visa gelernt habe: Macht man einen Körner heiß, kann man einfach ein Loch in den Stoff brennen und verhindert so auch das Ausfransen. Doch Vorsicht: Man kann ihn auch leicht entzünden. Und das wäre eher doof. Das Beziehen kann man ganz einfach mit neuen Polsterklammern machen. Beim Visa habe ich mich allerdings für Kabelbinder entschieden, die ähnlich stark halten und mit denen ich den Stoff besser spannen konnte. Wenn ihr den Stoff etwas besser in die Ecken des Schaumstoffes ziehen wollt, könnt ihr die mit einer Polsternadel und einem Faden in passender Farbe auch noch durch den Sitzkern hindurch festnähen – ich habe mich für die originale Citroen-Variante entschieden und es einfach wieder mit Klettverschluss gemacht.
Kosten und Zeit
Ihr wollt ja sicherlich einmal wissen, wie viel das alles hier gekostet hat, oder? Das habe ich für euch aufgelistet. Natürlich variieren die Preise, je nachdem, was für ein Auto ihr habt, wie viel Garn ihr braucht und welchen Stoff ihr nutzt. Aber vielleicht hilft es euch ja, eine Hausnummer im Kopf zu haben für euer Projekt:
| Produkt | Preis |
| karierter Stoff für VW Westfalia (4m) | 194,60€ |
| Orangefarbener Stoff (6m) | 64,92€ |
| Polster (Schaumstoff, 6m) | 48,20€ |
| Sprühkleber (4 Dosen) | 68,30€ |
| 14 Rollen Garn extra fest | 44,36€ |
| Klettverschluss 20mm (8m) | 20,50€ |
| Gesamtpreis: | 440,80€ |
Insgesamt hat mich der neue Innenraum also 440,80 Euro gekostet. Das hört sich viel an, ist aber nichts verglichen mit der Zeit. Ein Innenraum ist nicht an einem Wochenende wieder fit. Wir haben rund 180 Stunden in den Innenraum gesteckt, allerdings neben den Sitzen auch noch die Türverkleidungen und den Armaturenbrettbezug geschneidert.
Fazit und Tipps
Und nun die abschließende Frage, die ihr euch vielleicht stellt, wenn ihr das alles hier durchgelesen habt. Würde ich euch empfehlen, selbst einen Innenraum zu schneidern anstatt es zum Profi zu geben? Meine klare Antwort: Ich kann es euch nicht sagen. Hätte ich nicht die Hilfe der besten Frau der Welt gehabt, die sehr geschickt ist in allem, was sie tut und schon seit Jahren näht und sich mit ihrer Nähmaschine gut auskennt, hätte ich mir das Projekt nie zugetraut. Als ich sie danach gefragt habt, ob sie es Leuten raten würde, meinte sie: „Wenn man schon mal genäht hat, kann man es schaffen. Man braucht nur Geduld und darf die Nerven nicht verlieren.“ Und das ist auch meine Nachricht an euch. Ihr könnt es machen, wenn ihr es euch zutraut und ihr geduldig seid. Aber schaut doch mal das Video vom Projekt an, bevor ihr loslegt:
Und hier noch ein paar Tipps, falls ihr das Projekt angeht:
- Schaut euch vorher unbedingt eure Sitze an: Sind sie kompliziert aufgebaut? Dann überlegt, ob ihr euch es zutraut.
- Beim ersten Mal wird es nicht wie von einem Profi werden. Setzt euch realistische Ziele.
- Überlegt vorher, aus welchem Material ihr die Sitze machen wollt und schaut, ob eure Maschine es nähen kann.
- Arbeitet mit Bedacht und langsam. Hetzt euch nicht.
Und dann? Dann könnte euer Projekt ein Erfolg werden. Ich bin mit dem Innenraum des Visas auf jeden Fall mächtig happy.
Danke für alles, meine Liebste!





























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