Lazing on a sunny afternoon…

…in the summertime… – äh, wat? Summertime? Nein. Im Moment ist noch Winterzeit. Kennt ihr das Lied von „The Kinks“? „Sunny Afternoon“? Genau das habe ich heute gehört. Passte prima!

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Zur Sonne…und zurück?

Kennt ihr das? Man fährt, um seine sonntäglichen Geschäfte abzuwickeln, einfach so durch die Gegend und erfreut sich am Leben. Im Radio spielt eure Lieblingsmusik, ihr habt eine Sonnenbrille aufgesetzt (und die ist auch wirklich nötig! Ihr braucht sie nicht nur auf „Coolness“), fahrt in eurem ruhig vor sich hin schnurrendem Auto über eine mehr oder weniger gute Straße und wünscht, dass jede Fahrt so wäre. So ging es mir heute.

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Nun warte doch…

Ich bin alleine in meinem Alltagselchen über eine recht, naja….kaputte Straße irgendwo im flachsten Norddeutschland gefahren. Die Sonne schien, die Sonnenbrille (oha, die muss aber mal wieder geputzt werden…) auf und gute Musik im Radio. Einmal von meiner CD, wo zwei Chuck Berry-Lieder drauf sind und aus dem normalen Radioprogramm, welches mein Radio ausspuckt. Die Lieder waren sogar mal zu gebrauchen – Einige zumindest. War auch viel Quatsch dabei… Mögt ihr eigentlich die aktuellen Charts? Einige Lieder sind ja vielleicht nicht schlecht – ist aber auch viel Mist dabei. Als ich neulich in der Discothek war, spielten von Oldies bis zu den Charts fast alles. Bei den Oldies habe ich ja am meisten mitgetanzt. Habe ich euch schon erzählt, was ich für eine Musikrichtung mache? Nei..? OOOOHhhh! Ein Fasan, den will ich nicht erwischen *wrufwrufwruf* – hui. Das ABS arbeitet gut, ist ja aber auch erst 10 Jahre alt, das Auto. Ein Glück bin ich noch rechtzeitig zum Stehen gekommen. Na, mein kleiner, gefiederter Freund, wolltest du dich etwa von mir plattfahren lassen? Nun flieg doch nicht gleich davon, ich steh doch schon und weit und breit ist kein Auto. Lass mich doch noch schnell ein Foto machen…

Wieder etwas Gutes für die Umwelt getan und einen Fasan nicht breit gefahren. Warum soll nicht auch er einen schönen Tag haben? Bald ist Frühling. Ich freu mich schon so.

Hey, du, Alltagselch. Siehst du die Sonne da, über dem See? Wollen wir mal anhalten und fotografieren? Was? Ich muss es bestimmen? Achja, du bist ja (zum Glück) kein selbstfahrendes Auto. Ich habe die Kontrolle.

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Nun stehen wir hier, auf dem alten Deich, auf dem eine Teerstraße ist, die besser erhalten ist, als so manche Autobahn. Dein Außenspiegel zeigt schon einen kleinen Hinweis darauf, was die Anderen gleich erwartet. Fast zwei Jahre sind wir nun schon zusammen in Norddeutschland unterwegs. Einmal warst du ein wenig mehr krank, da wurdest du kostenlos repariert. Das zweite Mal ist noch nicht lange her und meine Pflege lässt dich die Krankheit vergessen. Ansonsten bist du bis jetzt jedes Mal angesprungen, wenn ich den Schlüssel gedreht habe und du hast mich überall da hingebracht, wo ich es will. In ein paar Monaten wirst du einmal überprüft, ob du noch sicher bist. Wenn du das meisterst, bekommst du eine Belohnung, die sich lohnt.

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Ist das nicht eine Belohnung?

Aber nun werden wir beide erst einmal anders belohnt. Vielleicht werdet auch ihr belohnt? Habt ihr auch einen stressigen Alltag hinter euch, wie mein Alltagselch und ich? Obwohl – diese Woche war es überhaupt nicht stressig. Sie war ganz schüler-klischee-mäßig ruhig. Okay, es gibt einige Stellen, wo ich natürlich wieder für das Leben dazu gelernt habe. Zum Beispiel, dass Nebelscheinwerfer nachts im dichtestem Nebel auch nichts bringen. Oder, dass man mit Chuck Berry Leute aufwecken kann.

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Sunshine, sunshine reggae…

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E.T.? Willst du mal diese Antenne ausleihen?

Nun strahlt mein nicht mehr so ganz sauberer, aber dafür frisch entdellter Elch mit der Sonne um die Wette. Na, mein Alltagselch, da hast du dir aber etwas vorgenommen. Oder spielst du einfach nur mit den Sonnenstrahlen, die sich auf deinem saphirschwarzem Lack spiegeln und hast Spaß dabei? Du darfst Spaß haben. Wäre ich Lehrer und du Schüler, würde ich dir ein Sternchen in dein Heft kleben, für die Zeit, in der du bei mir bist. Ich hoffe, dass du auch in nächster Zeit immer zuverlässig bleibst, hörst du? Irgendwann, wenn deine Geschwister billig werden, werde ich mir einen kaufen und ihn ausschlachten und dich damit am Leben zu halten. So teuer sind runtergerockte Exemplare gar nicht mehr…
Solange du mich zuverlässig von A nach B (manchmal auch nach D) bringst und keine großen und teuren Reparaturen jede Woche mit dir ziehst, dann darfst du mich noch lange im Alltag bewegen.

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Querstrich zur Sonne

Das Nächste, was ich nachschauen werde, ist warum dein Radio manchmal Empfangsschwierigkeiten hat. Könnte aber auch an der Gegend hier liegen, dass da nicht überall der Empfang so ankommt, wie er ankommen soll. Aber solange du mich mit schöner Musik (neuerdings auch mit Jazz) umhüllst, ist noch alles in Ordnung.

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On the highway to sun!

Ansonsten kaufe ich mir irgendwo ein gebrauchtes, baugleiches Radio und baue es dir ein. Bloß kein Nachrüst-Quatsch, der eh nicht funktioniert. Aber bis jetzt spielst du ja noch gut deine Musik, mit dem Knistern ab und zu kann ich natürlich leben. Aber mach‘ das bloß nicht öfter, ich brauch Musik. Nur keine nervenden Radiomoderatoren. Morgens. Während ich müde zur Schule fahre. Jetzt bin ich nicht müde. Jetzt fahre ich weiter und möchte den Sonnenuntergang anschauen – und zwar da, wo ich ihn neulich verpasst habe.

Also, rein in den Ledersessel und ab die Post! Nein, nicht rasend. Sondern cruisend – die schönste Art, sich fortzubewegen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass VOLVO-Fahrer meistens cruisen und nicht schnell fahren, weil sie könnten, wenn sie wollten. Ob das zutrifft? Bei mir vielleicht schon. So, schon da. Nur noch schnell (Ironie!) parken und über den Deich laufen.

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Noch nicht ganz soweit…

Was sehen wir? Die Sonne ist noch nicht ganz soweit, um sich hinter dem Horizont zu verstecken. Ein paar Fotos mache ich noch schnell, ich werde aber diesmal nicht warten, bis sie weg ist. Dazu wird es mir hier zu kalt, ich habe nur eine dünne Jacke an. Und da ich alleine bin und auch kein richtiges Bedürfnis mehr auf Sonnenuntergangsgeleier habe, gehe ich wieder zurück zum Alltagselchen, steige ein und drehe den Zündschlüssel. Ed Sheeran singt sein „I see fire“. Lustig und irgendwie passend.

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Zwischen alt und neu.

So, mein in den Niederlanden gebauter Alltagselch. Nun bringst du mich nach Hause, ja? Wir müssen hier nur noch die mehr oder weniger intakte Straße zwischen dem alten und dem neuen Deich fahren. Krass, wie schnell sich die Natur durch den Menschen verändert wird. Wo ich jetzt, zwischen dem alten und dem neuen Deich fahre, war vor fünfzig Jahren noch die tosende Nordsee, ich noch nicht auf der Welt und mein V40 vielleicht eine Konservendose – oder ein Rekord.

Nun sind wir aber im Hier und Jetzt. Und du bringst mich nach Hause, okay?

Über Watt'n Schrauber

Autoverrückt, restauriert einen Buckelvolvo mit wenig Budget, mag Fotografieren, Tanzen und ist manchmal wohl ein wenig durcheinander. Und mag Norddeutschland.
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