Retten wir mal ein Stück Geschichte vor Rost und Sturm

Ich habe zwar erst gestern Abend etwas zu Elsa geschrieben – aber warum sollte ich heute morgen nicht weitermachen?

Am Sonntag, dem 20.10.2013 – Schraubertag Nummer 22 – ging es um GFK, fehlende Schrauben und störrische Stoßdämpfer.

Ein altes Auto restaurieren. Das ist Arbeit, kann einen zum Fluchen bringen, aber auch viel Spaß machen. Aber auch Spaß am Fluchen…ähm…

Mit meiner Schrauberhilfe JM wollte ich die Stoßdämpfer ausbauen. Zum einen müssen die neu, zum Anderen ist der auf der Beifahrerseite Schweißarbeiten im Weg.
Also – rausdamit! Auf der Beifahrerseite fing es schon so an, dass die Staubschutzkappe mitdrehte. Also, Zange raus und festhalten. Das klappte. Allerdings konnten wir danach die untere Schraube des Stoßdämpfers (also praktisch der Befestigungspunkt an der Achse) noch lösen, die Unterlegscheibe dadrunter nicht mehr. Also erstmal WD40 rauf und auf der anderen Seite angefangen. Da drehte die Staubschutzkappe schon mal nicht mit – prima!  Allerdings bewegte sich die Schraube unten an der Achse überhaupt nicht mit. Kein Stück. Mist. Also wieder WD40 raus und erstmal wieder auf die andere Seite rennen…

Okay – andere Seite. Was war hier? Unterlegscheibe…genau. Hat sie sich schon gelöst? Nö… Drehen tut sie, aber weder rauf, noch runter. Einfach runterziehen ging auch nicht. Haben wir versucht, mit Zangen und Schraubenziehern – nichts. Also ein paar kleine Schläge mit dem Hammer – das hat bis jetzt immer geholfen. Bis jetzt. Da nicht. Die hat sich nicht ein Stück bewegt…verzweifeln? Aufgeben? Nennen wir es „Pause mit dem Bauteil machen.“ ;-).

comp_comp_FILE0747a

Einfach ANschrauben!

Als nächstes fingen wir an, die Front wiederzusammen zubauen. Jap – mal wieder etwas montieren, anstatt auseinanderzupflücken. Aber nicht schon zum lackieren – neeee – zum Schweißen! Die „Kotflügelaufnahmen“ (heißt das so? An der A-Säule, meine ich) müssen noch geschweißt werden, und dazu brauchen wir natürlich die Position, wo die Kotflügel sitzen. Also, was muss dazu gemacht werden? Seitenwände, Frontblech und dann die Kotflügel….gut? Dann los!

comp_comp_FILE0754

Schraub…

Frontmaske rauf, mit zwei Schrauben fixiert, dann die Seitenbleche dran. Soweit so gut. Wo sind die Schrauben dazu? Ich habe sie nicht weggepackt, das weiß ich. Also Papa fragen. „Die sind in einer der Dose“ – können sie nicht, habe ich schon alle nachgeschaut. Papa kam also, schaute alles durch „Weiß ich nu auch nicht“ – also neue Schrauben nehmen – ist ja eh nur provisorisch. Aber ein wenig stinkig war ich ja schon. Wenn man schon nach noch nicht mal zwei Monaten nicht weiß, wo die Schrauben sind…. aber naja. Die wären eh neu gekommen. Wäre ja nicht so das Problem, wenn auf der Fahrerseite die dritte Schraube, die die Seitenwand am Rahmen befestigt nicht so ein blödes Maß hätte….wir haben mindestens eine halbe Stunde verschiedenste Schrauben ausprobiert und durchsucht – nichts! Also habe ich mit zwei Muttern eine etwas größere Schraube „aufgefüttert“ und die dann eine viertel Umdrehung in das Loch gedreht – hält.

comp_comp_FILE0756

Jetzt gucken Sie mal schlau, die Kotflügelhalter!

Okay – nun konnten die Kotflügel ran. Da die Blechkotflügel ja so vergammelt sind, dass die Schraublöcher schon zu groß sind, mussten die GFK-Dinger herhalten. Was für eine wabbelige Angelegenheit. Was uns nicht davon abhielt, mal beide ranzuhalten (übrigens hält nur der auf der Beifahrerseite) und die Motorhaube draufzulegen.. Eine kleine Vorfreude darauf, wie Elsa aussehen könnte, wenn sie wieder Gestalt annimmt. Jetzt, ein paar Monate später, sieht sie immer noch nicht so aus. Ein Auto ist eben nicht einfach mal eben in einer dreiviertel Stunde restauriert, wie es immer im Fernsehen zu sehen ist. Deshalb gibt es viiiele, viele abgebrochene Restaurationsobjekte im Internet zu kaufen.

Ich mag kein GFK. Zumindest nicht die Kotflügel, die wir dazu gekauft haben. Natürlich kann man sie schon benutzen – ich werde sie aber wohl verkaufen, wenn ich Gebrauchte aus Blech gefunden habe. Ich habe da sogar schon was im Auge . Die Kotflügel sind mir einfach zu wabbelig. Das ist doch wie Botox. Es soll zwar schön wirken, aber irgendwie ist es doch das Gegenteil. Es ist unnatürlich und meistens auch nicht so hübsch. So ist es auch bei den Kotflügeln – sie mögen zwar die Form der Originalen gut wiedergeben und auch nicht rosten, aber die Passform ist gelinde gesagt….Mist. Richtig Mist. Da kommt Blech ran! Alles andere ist Pfusch. Und Pfusch will ich nicht haben. Bäh!

Das war an diesem Tag von Elsa.

Könnt ihr euch noch an den Sturm „Christian“ erinnern? Der ging durch die Medien wie sonstwas. Norddeutschland in Gefahr, Christian kommt! —- Menschen sollten im Haus bleiben!

comp_comp_FILE0064

Elsa im Sturm

An dem Tag hatten wir eine gemessene Windgeschwindigkeit von 178 km/h. So schnell fährt Elsa nichtmal!

Wir wurden früher aus der Schule gelassen – aber fast schon zu spät. Das Fahren nach Hause war wirklich gefährlich.

Da wussten wir noch nicht, dass ein paar Wochen später der nächste Sturm kommt…

comp_comp_FILE0081

Zusammengestürzte Garage

comp_comp_FILE0102a

Streichholz…

 

 

 

Es ist doch erstaunlich zu sehen, wie viel Kraft die Natur hat.

 

 

 

Wir Menschen fühlen uns immer unsterblich. Und das ist falsch. Aber, gerade deshalb werde ich mich weiterhin um Elsa kümmern. Und euch berichten.

 

 

 

Über Watt'n Schrauber

Autoverrückt, restauriert einen Buckelvolvo mit wenig Budget, mag Fotografieren, Tanzen und ist manchmal wohl ein wenig durcheinander. Und mag Norddeutschland.
Dieser Beitrag wurde unter Elsas Restauration veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Retten wir mal ein Stück Geschichte vor Rost und Sturm

  1. Pingback: Mist, die Tür ging zu! | Ein Leben mit Benzin im Blut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.