Elsa bekommt die ersten Bleche!

Es ist Freitag, der 13.09.2013 – für einige Leute ist ja ein 13. Freitag das Horrorszenario überhaupt. Ich bin nicht abergläubisch. Dieser Tag war übrigens der 11. Schraubertag an Elsa. Eine Schnapszahl 😀 – aber ich trinke keinen Alkohol. Von daher kann ich damit auch nichts anfangen.

Angefangen hat der Schraubertag mit Schweißübungen. Punktschweißen! Das Ziel beim Schweißen ist es ja (wenn ich das denn richtig kapiert habe) möglichst wenig Verzug drin zu haben. Verzug entsteht ja, wenn Blech unter Hitze gesetzt wird – und das passiert beim Schweißen nun mal. *Brrrzz* – warten – *Brrzz*- warten – *Brrzz* – warten – *Brrzz* – warten – *Brrzz* – warten – so ungefähr habe ich es geübt – und es klappte.

Also – wenn es hier nicht klappt, warum dann nicht auch schon an Elsa ausprobieren? Die große, alte Schwedin hatte ja comp_comp_FILE0770ein paar Rostlöcher in den A-Säulen. Sind das überhaupt die A-Säulen? Auch egal, ich nenn die einfach mal so. Ihr seht ja, was ich meine 😀 . Um zu schweißen (die Bleche sind ja schon vorher angefertigt worden), haben wir mit einer Lochzange in das Elsa-Blech Löcher reingestanzt. Irgendwie muss man ja schließlich schweißen. Die Bleche, die rein geschweißt werden sollen (übrigens mit einem Schutzgasschweißgerät, welches wir geschenkt bekommen haben) könnt ihr im letzten Elsa-Update sehen.

comp_comp_FILE0771Hier könnt ihr das angehaltene Blech sehen. Nun kann an die eingestanzten Löcher die Schweiß“pistole“ (wie heißt das Ding nochmal?) anhalten und los bruzzeln. Beim ersten Blech ging es noch ganz gut, beim zweiten war allerdings schon ziemlicher Verzug drin. Also setzte ich mich hin, nahm zwei Karosseriehammer und fing an, es wieder gerade zu klopfen…

…als mich auf einmal jemand grüßte. Ein Mann mit einem Fahrrad kam bei uns auf die Auffahrt. Ein sehr netter Mann, aus dem süddeutschen Raum, der bei uns in der Nachbarschaft ein Ferienhaus hat und der vor seiner Rente bei BMW in der Entwicklung und im Vorstand war. Er sagte mir sofort alles aus dem Kopf heraus auf, was ich über einen Volvo PV444 auch wusste. Der Mann kennt sich mit Autos aus – soviel ist sicher . Wir erzählten ein wenig über dies und das, wie er früher Autos repariert hat, was für Oldtimer er mal hatte, unter anderem mal eine Pagode. Und wenn er mal wieder hier im Lande wäre, könnten wir ihn gerne nach Hilfe fragen . Der weiß es nämlich nicht nur theoretisch, wie ein Auto funktioniert, wie viele Ingenieure heutzutage. Außerdem hätte er noch gute Kontakte zu Volvo – das ist doch prima – sowas kann nie schaden.Bei aller Aufregung und Unterhaltung habe ich ein Bild vom fertig Geschweißten…

…was sich aber leicht nachholen lässt. Am 14.09.2013 wurde gleich weitergeschraubt!

In den Fußräumen von Elsa wurden wohl mal vor einiger Zeit Bitumenmatten reingelegt – comp_comp_FILE0778wahrscheinlich, um zu dämmen. Dämmung ist bei einem Auto aus den 50er-Jahren mit Dreiganggetriebe eh überbewertet. Also raus damit! Vor allem ziehen die Dinger auch noch Wasser an. Und was lernen wir? Wasser + Blech + Luft = Rost. Mögen wir Rost? Na? Wollen wir Rost an unserem Auto? Nein
Was brauchen wir? Bitumenmatten sind ein zähes Zeug – ich sag es euch. Durch Hitze (dafür habe ich mal schnell den Föhn meiner Eltern gemopst…ich nehm doch nicht meinen, ich bin ja nicht doof) wird das Zeug elastisch. Mit einem Spachtel lässt sich der Kram dann leicht abkratzen (das stinkt vielleicht….)
comp_comp_FILE0780Ich sag euch….die Arbeit gefällt mir nicht. Das ist ein stinkendes, ekelhaftes Zeug. Ich hasse den Kram. Aber hey – das gehört auch zu einer Restauration dazu. Arbeit, die man nicht mag. Für viele ist es Schleifen – für mich eindeutig Bitumenmatten rausschaben. Zum Schweller hin war auch viel Karosseriedichtmasse – und dadrunter war Rost. Also auch raus damit! Das ging aber wesentlich einfacher. Und stinkt nicht so. Aber ich sage euch – diese Arbeit ist auch für den Rücken ungesund. Mensch, habe ich nachher Rückenschmerzen gehabt. Aber egal – wer rostfrei sein will, muss leiden. Oder so ähnlich.

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Hier übrigens nochmal das Bild von der geschweißten Stelle. Danach wurde es grundiert, damit der Rost sich nicht wieder einnistet. Fieses Rostzeug! 😉

Wollt ihr weiter über Elsas und meinen Kampf gegen den Rost verfolgen? Bald geht’s weiter ;).

Über Watt'n Schrauber

Autoverrückt, restauriert einen Buckelvolvo mit wenig Budget, mag Fotografieren, Tanzen und ist manchmal wohl ein wenig durcheinander. Und mag Norddeutschland.
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