Ein neues Spielzeug…

…ist eingezogen! Ich habe Geld in die Hand genommen und mir etwas Neues gegönnt. Und ja, ich muss es etwas spannend machen. Ich will euch ja etwas auf die Folter spannen.

Träume!

Ich muss jetzt aufpassen, mich nicht wie ein Alt-Hippie anzuhören, der sich schon lange die letzten Gehirnzellen weggekifft hat. Aber Träume sind toll. Und Träume sind wichtig. Ohne Träume würden wir uns wohl keine Ziele mehr im Leben setzen – und das wäre schade. Ich habe noch einige Träume, die ich mir erfüllen möchte. Und auch einige, die ich mir wohl nie erfüllen werde, was ich aber gar nicht schlimm finde. Aber über die möchte ich nicht reden. Heute möchte ich euch von einem Traum erzählen, den ich mir immer erfüllen wollte – und den ich mir nun auch erfüllt habe. Vielleicht seid ihr jetzt schon genauso verwirrt wie ich, aber glaubt mir: Wenn ihr seht, was ich gekauft habe, dann werdet ihr verstehen, warum ich mich gerade so freue.

Das liebe Geld. Das ist schuld, dass ich über fünf Jahre gespart habe, um mir diesen Traum endlich zu erfüllen. Ich hätte mir das neue Spielzeug wohl schon viel früher gönnen können, wenn ich mich für eine Ratenzahlung entschieden hätte – aber mit Krediten, Ratenzahlen und Leasing-Kram fühle ich mich einfach nicht wohl. Vielleicht bin ich in Geldsachen immer ein Pessimist, denn ich denk mir in solchen Sachen immer: „Und wenn dir mal das Geld ausgeht und du die Raten nicht zahlen kannst?!“ Vielleicht ist es auch der Geiz, der auch irgendwie in mir steckt. Hört sich jetzt vielleicht komisch an von jemandem, der fünf Autos besitzt, aber außer für die Autos gebe ich praktisch kein Geld aus. Hört sich jetzt vielleicht komisch an, ist aber so. Wenn ihr aber auch Altöl im Blut habt, werdet ihr mich schon verstehen.

„Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

Diesen Sommer war es dann soweit. Ich hatte genügend Geld zusammengespart, um mir meinen Traum endlich zu erfüllen. Doch dann… ähh… war ich mir gar nicht so sicher, ob das alles überhaupt die richtige Idee war. Ich kann euch gar nicht so genau sagen, warum ich plötzlich so nervös wurde und das Geld eigentlich gar nicht ausgeben wollte. Ich überlegte hin, überlegte her. Schaute nach den günstigsten Preisen, schaute nach Gewährleistungen und Erfahrungsberichten. Irgendwann wurde das schon so krankhaft, dass ich mir sogar selbst komisch vorkam (Immer ein schlechtes Zeichen!) und schlug zu. Also nicht mich, sondern bei meinem neuen Spielzeug. Das Beste: Es wurde mir auch noch geliefert. Und noch besser: Es war einen Tag vor Watt’n Törn und Lukas war dabei und konnte mir helfen. Wobei er mir helfen konnte? Das schaut doch mal in diesem kleinen Video:

Ich freu mich so! Ich habe endlich eine Hebebühne. Nach dem letzten Ölwechsel an Harald, meinem Alltags-Golf, hatte ich einfach keine Lust mehr auf dem Boden herumzukriechen. Bisher musste ich immer erst das Auto aufbocken, damit ich überhaupt drunter kam. Und zwar nicht nur vorne, sondern auch hinten. Und dann drunterkrabbeln. Eine echt doofe Arbeit. Auch als mir beim Golf die vordere Feder gebrochen war, habe ich echt über die Herumkriecherei geflucht. Doch das, so hoffe ich, hat nun endlich ein Ende. Denn… ich weiß gar nicht, ob ihr es auch mitbekommen habt… ich habe nun eine Hebebühne!!!

Blau, blau, blau…

…scheint die Hebebühne. Okay, okay. Ich höre ja schon auf. Jetzt werde ich mal ein bisschen technischer. Die Hebebühne, für die ich mich nach langer Recherche entschieden habe, ist eine Twin Busch 3,5 Tonnen Scherenhebebühne. Und nein, ich werde jetzt kein „Werbung“ oder „Anzeige“ an diesen Text schreiben, schließlich habe ich die Hebebühne voll und ganz bezahlt. Für echt viel Geld. Jeder kann ja nachgucken, was es kostet, aber nur mal so ein kleiner Vergleich: Mein roter Golf war deutlich günstiger als die Hebebühne. Um mich ein bisschen zu beruhigen, dass sie das Geld auch wert ist, habe ich mir Harald geschnappt und gleich einmal einen Ölwechsel gemacht. Der war sowieso wieder fällig. Ich war noch nie so schnell fertig damit.

„Watt’n Mist!“, werden nun viele von euch sagen. „Wieso hat der Vogel sich keine richtige Zweisäulenbühne gekauft? Das Ding kommt ja nicht hoch…“ Und genau das waren auch erst meine Gedanken. Eine Zweisäulen-Hebebühne wäre deutlich günstiger geworden, allerdings ist der Aufbau aufwändiger. Ich bräuchte in der Garage nicht nur zwei große Fundamente (Die wegen des Bodens nicht möglich sind), sie würde auch deutlich mehr Platz wegnehmen. Platz, den ich nicht habe, wenn ich drei Autos in die Garage stellen will. Und das ist doof, denn Garagenplatz ist mir schon wichtig. Aber der Meter Hubhöhe funktioniert auch schon super. Beim Ölwechsel habe ich mich einfach auf einen flachen Hocker gesetzt und passte so – weil ich nicht so groß bin – super unter das Auto und konnte schrauben. Ganz entspannt. Ohne Verletzungen. Ich schwöre!

Auf und ab!

Relativ easy lief übrigens der Aufbau ab. Lukas hat als KFZ-Mechatroniker schon oft gesehen, wie Hebebühnen gebaut werden – und meine Bühne wurde schon fast komplett vormontiert geliefert. Man musste nur fünfhunderttausend Tonnen Noppenfolie entsorgen (Nachdem man die meisten Noppen mit den Fingern kaputtgeploppt hat, natürlich!), die Hydraulik-Leitungen an das Bedienteil anschließen und es mit den Kabeln genauso tun. Danach füllt man noch fünf Liter Öl auf – und die Party kann losgehen. Ungefähr einen Vormittag haben wir beide gebraucht und stand fertig und einsatzbereit in der Garage. Zusätzlich zur Hebebühne habe ich mir auch noch das Mobilkit besorgt, ich kann die Bühne also leicht in der Garage verschieben. Das geht tatsächlich einfach. Noch nicht mitgekommen sind zwei Quertraversen. Die Quertraversen sollen helfen, Aufnahmepunkte unter Autos zu finden, die nicht am Schweller angehoben werden können, wie zum Beispiel Elsa.

Ich freue mich auf jeden Fall riesig, dass ich in Zukunft nun nicht mehr so sehr herumkriechen muss, wie ich es bisher getan habe. Natürlich ist eine Scherenhebebühne nicht der Weisheit letzter Schluss – aber das ist eine Zwei-Säulen-Bühne auch nicht. Demnächst wird Hein auf diese Bühne umziehen, damit er seine Hinterachse hergeben kann. Vorher werden aber noch einmal alle Autos ordentlich vor Rost geschützt und konserviert. Und ich muss noch ein kleines Löchlein an Henkelmännchen schweißen. Und… ach, egal. Ich freue mich einfach tierisch und bin total motiviert! Ich habe eine Hebebühne! Und nun sag ich es auch nicht mehr.

Versprochen!

Über Watt'n Schrauber

Autoverrückt, restauriert einen Buckelvolvo mit wenig Budget, mag Fotografieren, Tanzen und ist manchmal wohl ein wenig durcheinander. Und mag Norddeutschland.
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3 Antworten zu Ein neues Spielzeug…

  1. Ulrich Kollmer sagt:

    Gratuliere. Aber bei deinen ganzen Vorhaben wäre eine mobile Einsäulenbühne aus gleichem Hause vielleicht auch eine Überlegung gewesen.
    Viel Spaß mit dem neuen Spielzeug

    Uli

  2. Michael sagt:

    Moin

    So eine Bühne ist besser als keine, es gibt nur eben Arbeiten die man schlecht damit ausführen kann, Auspuff, Bremsleitungen, schweißen am Unterboden, dafür anders besser wie schweißen am Schweller weil da keine Säule im Weg ist

    Sind ab dem 8 September in Wesselburen im Urlaub, vielleicht klappt ja mal ein Date von Altschrauber zu Junghüpf

    Grüsse aus Hessen

    Michael

  3. thorsten sagt:

    Moin Lars,

    Glückwunsch zur Bühne. Das mit dem Fluchen auf dem Boden hatte ich auch lange, hab mir meine erste allerdings erst mit 39 Jahren gegönnt, da fing das mit dem Rücken langsam an. Auch schon wieder 17 Jahre her…
    Ich habe mir allerdings nie eine neue gekauft, die erste war eine Zweisäulen-Nußbaum mit Grundrahmen. Die braucht die von dir angesprochenen Fundamente nicht ind der Form, eine grosse 20cm dicke Platte mit Bewehrung reicht. Meine zweite ist eine 3,5t Schere von Hofmann mit voller Hubhöhe. Die lässt sich allerdings nicht einfach auf den Boden legen, weil sie zu hoch baut. Dafür hab ich ein Fundament gemacht, das ganz 8m3 umfasste, weil meine Scheune lediglich über einen Lehmboden verfügte…
    Vorteil: Keine (!!) Überfahrhöhe, das Auto kann so tief sein wie es will. Ausserdem war der Preis für die gerade vier Jahre genutzte Bühne mit 280€ eher schlank. Das Fundament stand dank Fusselforum und dem Mann mit dem Minibagger an einem Wochenende.

    Vorteile hat Beides, aber auch Nachteile. Das Schwellerschweissen geht auf beiden nicht besonders, bei der Schere sind die Platten im Weg, bei der Säulenbühne die Arme. Das mache ich nach wie vor auff dem Boden oder stelle das Auto auf der Schere auf Böcke, was man aber sehr umsichtig tun sollte.
    Da ist die angesprochene Einsäulenbühne das Beste was man kaufen kann, ist so.

    Was mich an der halben Hubhöhe von deiner am meisten stören würde: Für Arbeiten an Achsen oder Getriebe bekommt man keinen Getriebeheber normaler Bauart drunter, ausserdem fehlt die Bewegungsfreiheit für kraftaufwändige Sachen.
    Da muss man dann halt mit einem Rolltisch oder Böcken rumspielen, macht es meist nicht wirklich besser.

    Aber du wirst das schon abgewogen haben, eine grosse Erleichterung ist das auf jeden Fall. Viel Spass damit.

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